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Der Groove verbindet alles – die Hanke Brothers

Musik mit Instrumenten, die eigentlich gar nicht zusammen passen, und dann auch noch neu interpretierte Klassik mit Einflüssen aus Jazz und Pop? Das kann doch gar nicht gut klingen. Doch, kann es.

Tuba, Klavier, Geige, Bratsche und Blockflöte. Vier Brüder spielen Instrumente, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Und dann sind da auch noch zwei Instrumente dabei, die alles andere als einen guten Ruf haben: Über die Bratsche kennt man nur blöde Witze. Und über die Blockflöte macht man sich lustig, weil da doch wirklich nur kleine Kinder hineintröten. Diese beiden Instrumente kombiniert mit einer Tuba, einer Geige und einem Klavier? Das kann ja eigentlich keine gute Idee sein. Die Hanke Brothers möchten mit diesen Vorurteilen aufräumen. „Dass mehr in diesen Instrumenten steckt, und so manche Ansicht dringend überdacht werden muss, zeigen wir gerne“, sagt David, der Älteste der Brüder.

 

Keine Lust zu lesen? Du kannst Dir auch einfach einen kleinen Podcast anhören – Hörbeispiele und ein Interview mit David gibt es oben drauf!

 

Klassische Musik mal anders

Kein anderes Ensemble auf der Welt spielt in dieser Besetzung. Deswegen gibt es auch keine Noten oder Stücke, die man damit spielen könnte. Die Konsequenz? Selbst komponieren! Diesen Part übernimmt (neben anderen jungen Komponisten) Jonathan für die vier Brüder; er ist mit seinen 18 Jahren der Zweitjüngste. Er hört in seinem Alltag sehr gerne Funk und Minimal House – diese Einflüsse hört man dann auch in seiner Musik. Viele Stücke finden sich auch im Pop- und Jazzgenre wieder. „Sobald Musik einen Groove besitzt, ist es egal, was gespielt wird. Wir lieben diese Vielfalt und, dass man uns nicht in ein bestimmtes Musikgenre einordnen kann“, beschreibt David die Musik der „Hanke Brothers“. Wen die Jungs damit erreichen wollen? Vor allem Leute, die mit klassischer Musik eigentlich nichts anfangen können. Vorurteile, dass klassische Musik verstaubt sei, wollen die vier Brüder aus dem Weg räumen. „Wir wünschen uns möglichst viele – auch ganz besonders jüngere Menschen – mit unserer Musik und überhaupt für klassische Musik zu begeistern. Vielleicht sogar manch einen dazu zu motivieren, selber kreativ zu werden, etwas Eigenes zu gründen oder ein Instrument zu lernen“, sagt David. „Bei der heutigen Fülle an Impressionen stumpft man schnell ab. Man muss die Leute erst einmal aufwecken, damit sie sich öffnen und auf die Musik einlassen können. Das versuchen wir mit unseren neuen, nicht nur musikalischen Ansätzen zu erreichen. Klassik neu interpretiert.“

 

 

Brüder und Gesellschaftspartner

Mit den anderen neuen Ansätzen sind die Auftritte der vier Brüder gemeint. In ihren Konzerten zeigen sie sich cool und lässig: sie tragen Sneakers zum Anzug, lesen die Noten von iPads und arbeiten mit einer Lightshow. Nicht gerade ein typisch klassisches Konzert – eben „neu interpretiert“. Ganz so lässig sind die vier Brüder aber nicht immer, denn vor jedem Konzert stehen anstrengende Proben und Organisationsaufwand. „Ein Ensemble ist wie ein kleines Unternehmen. Es wird einem sehr schnell vor Augen geführt, wie viel Organisation, Arbeit, und Mehraufwand hinter diversen Konzerten und Ideen steckt, damit sie in die Tat umgesetzt werden können und am Ende alles so läuft, wie man es sich vorgestellt hat.“, erzählt David. Genaue und frühzeitige Vorbereitung ist deswegen das A und O: „Wir als Ensemble greifen auf kein bestehendes Repertoire zurück. In unserem Falle hieß das: Man überlegt sich erst einmal, was wollen wir ausdrücken? Wieso spielen wir zusammen? Dann fragt man Komponisten an, ob sie für einen komponieren. Man sucht Sponsoren, schreibt viele Texte, Mails, organisiert Testkonzerte, versucht gleichzeitig größere Locations, z.B. für eine Premiere, zu bekommen, und so weiter. Bevor man den ersten Ton spielt, sitzt man also erstmal viel vor dem Laptop. Zusätzlich heißt es natürlich trotzdem: viel proben und ausprobieren, sonst kann man auch keine neuen musikalischen Wege finden und gehen. Für unsere große Premiere „The Big Broject“ gingen die Planungen zum Beispiel schon über ein Jahr vorher los.“ Die vier Brüder haben letztes Jahr außerdem eine GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts) gegründet, müssen Steuern zahlen und eine übersichtliche Buchhaltung vorweisen. Nur Spaß haben die vier also nicht. „Wir sind einerseits zwar vier Brüder, andererseits haben wir eine GbR gegründet, in der wir Gesellschaftspartner sind. Wenn wir zum Beispiel auf Tour sind, dann heißt es netterweise immer: Die Firma zahlt“, schmunzelt David.

 

Der Weg zum Konzert…

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Kleider machen – Profis?

Und was passiert noch so hinter der Bühne? Auch im Thema Kleidung haben sich die vier Brüder professionalisiert. Vor früheren Konzerten ist da öfter mal das totale Chaos ausgebrochen, denn die Jungs haben alle die gleiche Schuh- und ähnliche Kleidergrößen. „Entweder sucht man Noten, oder seine eigenen Klamotten. So lief es vor Konzerten meist so ab, dass wie wild durchs Haus gerannt wurde und jeder panisch seinen eigenen Anzug, oder die dazugehörige Hose suchte. Meist fand man sie im Schrank des anderen“, erzählt David. Nun arbeiten sie mit einem Modehaus und einem Modedesigner zusammen. Ihre Konzertoutfits sind jetzt mit entsprechenden Details gekennzeichnet und die Schuhe sind mit Namensschildern versehen. Jetzt kann es zu keinen Verwechslungen mehr kommen und das Such-Chaos vor den Konzerten hat ein Ende.

 

Ihr habt nun Lust bekommen, selbst ein Ensemble zu gründen oder es interessiert Euch einfach, was man dabei beachten muss? Hier gibt David Tipps.

2 Kommentare

  1. Ich finde die moderne Interpretation eines klassischen Konzert wirklich toll. Ich besuche gerne solche Konzerte mit meiner Tochter zusammen. Wie Sie bereits anführen, hört man manchmal auch den Einfluss anderer Stilrichtungen heraus. Ich finde gerade dies macht auch die eigene Note bei einem Konzert aus, es sollte schließlich kein erneutes Abspielen bereits bekannter Stücke sein.

    • Tabea Tabea

      Vielen Dank für Ihren Kommentar. Wie schön, dass Sie solche Konzerte mit Ihrer Tochter besuchen.

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